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Von: Zörner, Hendrik [mailto:zoe@djv.de]
Gesendet: Mittwoch, 16. Juni 2004 10:37
An: alex.siemer@gmx.de
Betreff: Ihr Brief zum Thema Witt
Sehr geehrter Herr Siemer,
zu Ihrem Brief in Sachen Torsten Witt gestatten Sie mir bitte einige Anmerkungen:
ad 1. Sind Sie der Alex Siemer, der schon einmal durch seine abweichende Haltung zur Affäre Hohmann bekannt wurde?
ad 2. In Pressemitteilungen des DJV, die der Medienberichterstattung dienen, werden keine Verbands-Interna verbreitet. Deshalb bleibe ich Ihnen auch weiterhin die Antwort auf die Frage schuldig, welche Landesvorsitzenden mit der Nichtteilnahme an der Gesamtvorstandssitzung gedroht haben.
ad 3. Pressemitteilungen sind Instrumente der Public Relations und nicht des kritischen und objektiven Journalismus. Sie geben die Sicht der Dinge des Absenders wieder. Ob eine Pressemitteilung an die Medien herausgegeben wird, entscheidet der DJV-Bundesvorsitzende und nicht einzelne Mitglieder.
Mit freundlichen Grüßen
Hendrik Zörner
Pressesprecher
DJV - Deutscher Journalisten-Verband
Hauptstadtbüro
Pressehaus 2107
Schiffbauerdamm 40
10117 Berlin
Tel.: (030) 22 48 82 01
Fax (030) 22 48 82 02
Mail: zoe@djv.de
Ach, sehr geehrter Herr Zörner,
wie schön und sinnvoll wäre es gewesen, wenn Sie sich - da Sie ja schon Briefe an andere Leute lesen - mit der Sachkritik auseinandergesetzt hätten. Von daher hätten Sie sich die rhetorische Frage "ad1" sparen können. Denn Sie kennen die Antwort. Der mit Ihrer Frage verbundene Versuch, mich in die rechte Ecke zu stellen, ist weder zielführend noch sachdienlich.
zu "ad2": Ich habe Ihnen gar nicht die Frage gestellt, welche Landesvorsitzenden (und welche Mitglieder des Bundesvorstandes, das vergaßen Sie zu erwähnen) mit der Nichtteilnahme an der Gesamtvorstandssitzung gedroht haben. Sie werden das nachvollziehen können, wenn Sie sich die Mühe machen, den Inhalt des Briefes von Herrn Zick und mir an den DJV-Bundesvorsitzenden zu verstehen. Übrigens wären es keine Verbands-Interna, wenn sich die Kolleginnen und Kollegen geoutet hätten.
zu "ad3": Anders als Sie bin ich der Meinung, dass auch und gerade Pressemitteilungen inhaltlich korrekt sein sollten. Zumindest halte ich es so. Die Informationen, die in PM verbreitet werde, sollten einer Sachüberprüfung standhalten, die Tatsachenbehauptungen der Wahrheit entsprechen und Zitate inhaltlich wie in ihrer wörtlichen Wiedergabe vom Zitierten freigegeben sein. Propaganda lehne ich ab. Aber ich gestehe Ihnen zu, anderer Meinung zu sein und Ihre Arbeit so zu machen, wie Sie es für richtig halten und wie sie offenbar vom Bundesvorstand, zumindest aber vom Bundesvorsitzenden, gedeckt und gestützt wird.
Gestatten Sie mir aber bitte auch, dass ich auch hier eben eine "abweichende Haltung" habe und gestehen Sie mir bitte eine andere Sichtweise zu. Das ist eigentlich unter Demokraten selbstverständlich oder sollte es jedenfalls sein.
Wenn an irgendeiner Stelle des Briefes von Herrn Zick und mir eine falsche Behauptung aufgestellt wurde, eine ungehörige Schlußfolgerung gezogen oder eine in einem freiheitlich-demokratischen Land unzumutbare Forderung aufgestellt wurde, dann wäre es sinnvoll, diese Sie diese benennen würden. Ich bin jederzeit bereit, einen solchen Fehler dann zu korrigieren. Aber auch nach nochmaligem Lesen konnte ich nichts entdecken, was zurückzunehmen wäre.
Mit freundlichen Grüßen
ALEX SIEMER
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