12. April 2007

Tarifverhandlungen für die Freien beim RBB gehen in die heiße Phase

Nach zähem Ringen in den zurückliegenden Tarifverhandlungsrunden, zwischen dem RBB und den Gewerkschaften DJV-Brandenburg, DJV-Berlin, Verein Berliner Journalisten und verdi, im Januar, Februar und März 2007, sind die TV für die freien Mitarbeiter in die heiße Phase gekommen. Ein großer Streitpunkt ist immer noch die Honorarfrage für die Freien.


Jede Tätigkeit soll im neuen Tarifvertrag definiert werden. Doch was ist mit den Tätigkeiten die nicht zugeordnet werden können oder nur zeitweise ausgeübt werden? Warum kann es denn keine bessere Lösung geben als starre Tarifverträge? Eine Budgetierung von Zusatztätigkeiten wäre eine Lösung, denn wer kennt den Arbeitsanfall und die Ausnahmen besser als die Führungspersonen vor Ort? Die individuelle Zuordnung von Tätigkeiten kann und muß von Personen vorgenommen werden, die eine Tätigkeitsbeschreibung auch definieren können. Einige Freie wollen aber auch eine flexible Handhabung der Beschäftigung haben. Sie wollen Arbeits- und Beschäftigungsmodelle die einer modernen Arbeitswelt angepasst sind und zusätzlich den privaten oder familiären Bedürfnissen Rechnung tragen.

Ein grundlegendes Problem ist und bleibt die veränderte Struktur der Beschäftigten im journalistischen Bereich. Der Anteil der Freien nähert sichder 70 % Marke im DJV. Die Tendenz, Unternehmensteile auszugliedern oder Servicegesellschaften zu gründen macht auch vor dem RBB nicht Halt. Damit einhergehende Veränderungen in der Tarifstruktur werden sich nicht vermeiden lassen. Da es immer noch 2 Tarifverträge für Freie im RBB gibt, gilt es in dieser Situation, die Solidarität in der Gewerkschaft als oberstes Ziel zu definieren. Es wird so aussehen, dass der SFB TV Einbußen hinnehmen muss, aber im gleichen Atemzug der ORB TV verbessert wird, um eine einheitlichen RBB TV für die Freien zu erhalten. Es wird seit vielen Jahren propagiert, Ost und West muss die gleichen Einkommen haben. Nun hat man die einmalige Gelegenheit einen ergebnisneutralen RBB TV zu erhalten, mit Verbesserungen im Bereich von Mutterschutz und § 12a.

Björn Hensel

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