Die akute Gefahr einer Massen-Pleite von drei der vier Landesverbände des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) in Berlin und Brandenburg ist nach einer Krisen-Sondersitzung des Bundesgesamtvorstands in Fulda eher größer geworden. „Sicher ist nur eins: Der DJV-Landesverband Brandenburg ist von der akuten Finanzkrise nicht betroffen und wird auch nach Weihnachten und Neujahr noch für seine Mitglieder dasein. Von den drei anderen Landesverbänden weiß man das so nicht,“ erklärte Finanzchef Hans Rudolf Koch in Berlin gegenüber Journalisten, „wer jetzt zum DJV-Brandenburg wechselt, kommt nicht vom Regen in die Traufe.“
Koch reagierte damit auf Meldungen, der DJV habe auf der Krisensitzung mit angeblichen „Rangrücktrittserklärungen“ bezüglich der enormen Schulden von zwei der drei Insolvenzkandidaten „einen wichtigen Schritt zu einem noch stärkeren DJV in Berlin und Brandenburg“ getan. „Kein Problem ist gelöst, die Mittel sind juristisch zweifelhaft bis untauglich. Klar ist aber, daß nur den abgespaltenen Gruppen um Kothy und Mensinger geholfen werden soll, während zur Rettung des nach wie vor mit 2.250 Mitgliedern bei weitem größten Verbands der Region, des DJV-Landesverband Berlin, nichts vorliegt. Damit gehen Spaltung und Rechthabenwollen vor Solidarität.“
Finanzvorstand Koch berichtete auch über die mündliche Verhandlung beim Brandenburgischen Oberlandesgericht zur Klage des DJV gegen Brandenburg, das volle Mitgliedsbeiträge zahlen, aber als einziger ostdeutscher Verband keine Subventionen aus „Strukturhilfe“ bekommen soll. Zwar wird eine Entscheidung erst am 7. November 2007 verkündet werden, doch ist der DJV-Brandenburg sehr optimistisch. Der OLG-Senat gab klar zu erkennen, daß er das zentrale Argument des DJV-Bundesverbands nicht teilt, die Strukturhilfe sei durch einen von ihm unabhängigen „Länderfonds“ ersetzt worden. „Um unsere ohnehin geordnete Kasse muß ich mir nun vermutlich weniger Sorgen machen. Der Versuch, uns finanziell zu ruinieren, ist jetzt wohl auch gescheitert – gut so,“ sagte Hans Rudolf Koch.
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