Der DJV-Brandenburg begrüßt die kritische Diskussion um die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und sieht mit Spannung auf die derzeit bei verschiedenen Verlagen, so der Essener WAZ, laufenden Tests, ohne die als teuer und altertümlich verschrieene Agentur auszukommen. „Wenn der Markt zeigt, daß die Leser den Einheitsbrei von Presse-Agenturen nicht vermissen, sparen die Medienhäuser viel Geld und es schlägt die Stunde kreativer Journalisten,“ kommentierte Brandenburgs Vize-Vorsitzender Klaus Minhardt auf einem Seminar.
Als wirtschaftlichen und publizistischen Unsinn sieht der DJV-Brandenburg die Forderung von Gewerkschafts-Funktionären an, wegen der Arbeitsplätze müsse bei dpa alles bleiben, wie es ist, obwohl die Produkte der Agentur immer weniger Abnehmer finden und selbst der Chefredakteur das „Agenturprinzip ‚Einer für alle‘ beinahe überholt“ findet. Minhardt: „Arbeitsplätze auch für Journalisten folgen dem Markt, nicht umgekehrt. Katastrophengeschrei bringt nichts. Nur der Wandel ist beständig.“
Auch die Eigentümerstruktur von dpa - an der Agentur sind viele Verlage beteiligt - ist für beide Seiten ein „Klotz am Bein“. Während dpa aus Rücksicht auf die Anteilseigner nicht frei agieren kann, können Zeitungen nicht die wirklich besten Angebote am Markt wahrnehmen, weil sich ihr dpa-Anteil rentieren muß. Gerade in der Krise zeigen sich die Ungereimtheiten des nur scheinbar „solidarischen“ Modells.
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